📌 Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Whippet ist ein sanfter, anhänglicher Windhund, der trotz seiner Renngeschwindigkeit ein überraschend ruhiger Familienhund ist.
- Mit einer Schulterhöhe von 44–51 cm und einem Gewicht von 12–13 kg gehört er zu den mittelgroßen Hunden und eignet sich gut für die Wohnungshaltung.
- Whippets brauchen täglich Auslauf und die Möglichkeit zum freien Sprinten, sind aber ansonsten pflegeleicht und anspruchslos.
- Die Rasse gilt als robust, mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 12–15 Jahren und wenigen rassetypischen Krankheiten.
- Eine liebevolle, konsequente Erziehung ohne Härte ist der Schlüssel – Whippets sind sensibel und reagieren am besten auf positive Verstärkung.
Du hast einen eleganten, schlanken Hund gesehen und dich gefragt: „Was ist das eigentlich für eine Rasse?" Wenn dieser Vierbeiner sanft die Augen zusammenkniff, sich an seine Menschen schmiegte und trotzdem wie ein kleiner Windhund aussah, war es vermutlich ein Whippet. Diese Rasse hat in den letzten Jahren in deutschen Haushalten enorm an Beliebtheit gewonnen – und das aus gutem Grund.
In diesem ausführlichen Whippet Rasseguide erfährst du alles, was du über den sanften Sprintkünstler wissen musst: von Herkunft und Wesen über Haltung und Erziehung bis hin zu Gesundheit und Ernährung. Wenn du überlegst, dir einen Whippet zuzulegen, oder einfach nur mehr über diese faszinierende Rasse erfahren willst, bist du hier genau richtig.
Was ist ein Whippet? Herkunft und Geschichte
Der Whippet ist eine britische Hunderasse, die im 19. Jahrhundert im Norden Englands entstand. Bergleute und Arbeiter züchteten ihn als kleineren, günstigeren Ersatz für den Greyhound – einen Hund, der Hasen und Kaninchen auf der Jagd fangen konnte, dabei aber weniger Futter brauchte und einfacher zu halten war.
Vom Arbeiterhund zum Familienliebling
Ursprünglich wurde der Whippet auch „Snap-Dog" genannt, weil er seine Beute mit einem schnellen Zuschnappen erlegte. Die englischen Arbeiter veranstalteten zudem Wettrennen mit ihren Whippets, um sich die Langeweile zu vertreiben. Diese Rennen fanden auf geraden Bahnen statt – daher auch der Name „Racing Whippet", der sich bis heute in manchen Köpfen hält.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts begannen Züchter, den Whippet als eigenständige Rasse zu verfeinern und in Ausstellungen zu präsentieren. 1891 wurde er offiziell vom englischen Kennel Club anerkannt. Heute ist er eine der beliebtesten Windhunderassen überhaupt und wird sowohl als Sporthund als auch als liebevoller Familienhund geschätzt.
Steckbrief auf einen Blick
- Herkunft: England
- Schulterhöhe: 44–51 cm (Hündinnen etwas kleiner)
- Gewicht: 12–13 kg
- Lebenserwartung: 12–15 Jahre
- Fell: Kurz, glatt, pflegeleicht
- Farben: Viele Varianten – von einfarbig über gestromt bis gescheckt
Charakter und Wesen des Whippets
Wer einen Whippet zum ersten Mal trifft, ist oft überrascht: Dieser Hund, der auf der Rennbahn bis zu 60 km/h erreichen kann, ist zu Hause ein ausgesprochener Schmuser. Er liebt seine Menschen über alles und folgt ihnen am liebsten auf Schritt und Tritt durch die Wohnung.
Sanftmütig und verschmust
Whippets haben ein extrem freundliches, ausgeglichenes Wesen. Sie sind weder aggressiv noch übermäßig nervös, sondern gelten als eine der umgänglichsten Hunderassen überhaupt. Viele Whippet-Besitzer berichten, dass ihr Hund stundenlang auf der Couch liegen und kuscheln kann – solange er danach genug Bewegung bekommt. Die Rasse ist dafür bekannt, eine besonders innige Bindung zu ihrer Bezugsperson aufzubauen.
Gegenüber Kindern zeigen sich Whippets in der Regel geduldig und tolerant. Natürlich gilt wie bei jedem Hund: Lass Kinder und Hunde nie unbeaufsichtigt zusammen und bringe beiden von Anfang an respektvollen Umgang miteinander bei. Mehr dazu findest du in unserem Artikel über sicheren Umgang zwischen Hund und Kind.
Ruhig im Haus, lebendig draußen
Das ist der Schlüssel zum Verständnis dieser Rasse: Drinnen sind Whippets ruhige, fast katzenhafte Mitbewohner. Draußen aber erwacht der Windhund in ihnen – sie lieben es, über Wiesen zu flitzen, Fährten aufzunehmen und ihre Beine auszustrecken. Dieses „Zwei-Gang-Getriebe" macht den Whippet so besonders und so gut geeignet für unterschiedliche Lebenssituationen.
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Haltung und Pflege – Passt der Whippet in eine Wohnung?
Ja, absolut! Der Whippet gehört zu den Hunderassen, die sich hervorragend für die Wohnungshaltung eignen – vorausgesetzt, du kannst ihm genügend Auslauf bieten. Sein kurzes Fell, sein ruhiges Wesen im Haus und seine mittlere Größe machen ihn zum idealen Stadthund.
Bewegung ist das A und O
Ein Whippet braucht täglich mindestens 1,5 bis 2 Stunden Bewegung. Das können ausgedehnte Spaziergänge sein, aber idealerweise hat er auch die Möglichkeit, frei und ungestört zu rennen. Eingezäunte Hundewiesen, abgesicherte Felder oder spezielle Coursing-Gelände bieten ihm die Möglichkeit, seine angeborene Sprintlust auszuleben.
Wichtig: Whippets haben einen ausgeprägten Jagdtrieb. Sie jagen alles, was sich schnell bewegt – Rehe, Hasen, joggende Menschen oder Radfahrer. In nicht eingezäuntem Gelände gehört der Whippet unbedingt an die Leine, denn sein Jagdtrieb ist stärker als jeder Rückruf. Trainiere den Rückruf von Anfang an konsequent, wenn du dir einen Whippet anschaffen willst.
Fellpflege und Wintertauglichkeit
Das kurze, glatte Fell des Whippets ist ausgesprochen pflegeleicht. Wöchentliches Bürsten mit einer weichen Bürste oder einem Gummistriegel reicht völlig aus, um lose Haare zu entfernen. Whippets haaren zwar, aber deutlich weniger als viele andere Rassen.
Was du wissen solltest: Diese Hunde haben fast keine Unterwolle und damit wenig Kälteschutz. Bei Temperaturen unter 5 °C frieren sie schnell. Ein gut sitzender Hundemantel gehört im Winter zur Grundausstattung. Auch im Sommer solltest du darauf achten, dass dein Whippet nicht überhitzt – obwohl sein kurzes Fell dabei deutlich hilft.
Whippet und andere Haustiere
Whippets kommen in der Regel gut mit Artgenossen aus – sie sind Rudeltiere und genießen die Gesellschaft anderer Hunde. Wenn du bereits einen Hund hast, kann ein Whippet also eine wunderbare Ergänzung sein. Mehr Tipps zur Eingewöhnung eines zweiten Hundes findest du bei uns.
Bei Kleintieren wie Katzen, Kaninchen oder Meerschweinchen ist Vorsicht geboten. Der Jagdtrieb ist tief verankert. Eine frühe Sozialisierung im Welpenalter kann helfen, aber eine Garantie gibt es nie. Lass Whippet und Kleintier nie unbeaufsichtigt in einem Raum.
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Erziehung und Beschäftigung
Whippets sind intelligente, sensible Hunde, die gerne mit ihren Menschen zusammenarbeiten – allerdings haben sie eine eigene Meinung und können stur sein, wenn sie etwas nicht interessiert. Die Erziehung erfordert Geduld, Konsequenz und vor allem positive Verstärkung.
Positive Verstärkung statt Härte
Ein Whippet reagiert empfindlich auf harte Worte oder Strafen. Er zieht sich dann zurück und das Vertrauen wird nachhaltig beschädigt. Setze stattdessen auf Leckerlis, Lob und spielerische Übungen. Clickertraining eignet sich hervorragend für diese Rasse, weil es auf klaren Signalen und Belohnung basiert.
Grundkommandos, die jeder Whippet können sollte
- Rückruf: Der wichtigste Befehl – trainiere ihn ab dem ersten Tag.
- Sitz und Platz: Erleichtern den Alltag ungemein.
- Hier/bei Fuß: Für entspannte Spaziergänge ohne Leinendrama.
- Nein: Klare Grenzen im Haus, ohne Schreien.
Eine gute Welpenschule oder Hundeschule in deiner Nähe ist Gold wert. Besonders für Whippets eignen sich Windhund-spezifische Kurse, in denen auf die Besonderheiten dieser Tiere eingegangen wird.
Sportarten für Whippets
Whippets sind ausgesprochen sportliche Hunde und lieben Aktivitäten, bei denen sie laufen oder ihre Intelligenz einsetzen dürfen. Beliebt sind:
- Windhundrennen (Racing): Auf geraden Bahnen erreichen Whippets beeindruckende Geschwindigkeiten.
- Course und Coursing: Verfolgung eines mechanischen oder echten Lockmittels – purer Instinkt.
- Agility: Ja, Whippets sind auch in Agility erfolgreich!
- Dog Dancing: Eine tolle Mischung aus Gehorsam und Trickarbeit.
- Dummytraining: Apportierübungen, die auch Windhunde begeistern können.
Gesundheit und Ernährung
Der Whippet gilt als robuste, gesunde Rasse mit wenigen rassetypischen Erkrankungen. Das liegt unter anderem an seiner ursprünglichen Verwendung als Arbeitshund – nur gesunde und leistungsfähige Tiere wurden zur Zucht eingesetzt.
Typische Gesundheitsrisiken
Wie alle Rassen hat auch der Whippet einige rassetypische Anfälligkeiten, auf die du achten solltest:
- Herzerkrankungen: Einige Whippets neigen zu Herzrhythmusstörungen oder einer dilatativen Kardiomyopathie.
- Augenerkrankungen: PRA (Progressive Retinaatrophie) kommt gelegentlich vor.
- Anaesthesie-Empfindlichkeit: Windhunde reagieren empfindlicher auf Narkosemittel – informiere deinen Tierarzt darüber.
- Hautverletzungen: Die dünne Haut heilt manchmal schlecht und reißt leicht.
Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere auf diese Erkrankungen testen. Frage beim Kauf unbedingt nach den Gesundheitsergebnissen der Elterntiere.
Die richtige Ernährung
Whippets sind schlank – das ist rassetypisch und nicht ein Zeichen von Unterernährung. Ein gesunder Whippet hat sichtbare Rippen und eine schmale Taille, ohne dass die Knochen scharf hervorstehen. Du solltest die Rippen fühlen können, aber nicht sehen.
Bei der Ernährung gilt: Hochwertiges Futter mit ausreichend Proteinen und Fetten ist wichtig. Viele Besitzer schwören auf Rohfütterung (BARF), andere füttern hochwertiges Trocken- oder Nassfutter. Beides kann funktionieren – wichtig ist, dass es zum individuellen Hund passt. Tipps zur BARF-Ernährung für Hunde findest du in unserem ausführlichen Ratgeber.
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Whippet kaufen: Worauf du achten solltest
Wenn du dich entschieden hast, dass ein Whippet in dein Leben passt, geht es darum, den richtigen Hund zu finden. Es gibt mehrere Wege zum Whippet – jeder hat seine Vor- und Nachteile.
Züchter oder Vermittlung?
Ein seriöser Whippet-Züchter ist einem Verein wie dem Deutschen Windhundzucht- und Rennverband (DWZRV) oder dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) angeschlossen. Er gibt dir Einblick in die Aufzuchtbedingungen, zeigt dir die Mutterhündin und steht dir auch nach dem Kauf mit Rat und Tat zur Seite.
Eine tolle Alternative sind Whippets aus dem Tierschutz oder aus speziellen Windhund-Vermittlungen. Besonders ehemalige Rennhunde suchen oft ein neues Zuhause und sind dankbar für jede Streicheleinheit. Sie brauchen manchmal etwas mehr Geduld in der Eingewöhnung, sind aber unglaublich treue Begleiter.
Kosten eines Whippets
Ein reinrassiger Whippet-Welpe von einem seriösen Züchter kostet in der Regel zwischen 1.200 und 2.000 Euro. Dazu kommen die Erstausstattung, Impfungen, Chip, Versicherung und laufende Kosten für Futter und Tierarzt. Rechne mit etwa 100–150 Euro monatlich für einen gesunden, erwachsenen Whippet.
Erstausstattung für deinen Whippet
- Geschirr und Leine (kein Halsband empfohlen bei Windhunden)
- Hundebett oder Körbchen mit dicker Polsterung – Whippets haben wenig Polster
- Futternapf, Wassernapf, hochwertiges Futter
- Bürste, Krallenzange, Zahnputz-Utensilien
- Wintermantel und eventuell Hundeschuhe
- Sicheres Auto-Transportgeschirr oder Box
- Spielzeug – bevorzugt weich, da Whippets gerne kauen
Eine vollständige Checkliste für die Erstausstattung haben wir hier zusammengestellt.
FAQ – Häufige Fragen zum Whippet
Ist ein Whippet ein Anfängerhund?
Ja, der Whippet eignet sich gut für Hundeanfänger, sofern du bereit bist, dich mit seiner Sensibilität und seinem Bewegungsbedarf auseinanderzusetzen. Eine konsequente, liebevolle Erziehung und täglicher Auslauf sind Pflicht.
Wie schnell ist ein Whippet?
Ein Whippet kann auf kurzen Strecken Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 60 km/h erreichen und gehört damit zu den schnellsten Hunderassen der Welt. Auf der Rennbahn läuft er meist zwischen 45 und 55 km/h.
Kann ich einen Whippet alleine lassen?
Whippets binden sich eng an ihre Menschen und sind nicht gerne alleine. Gewöhne deinen Welpen von Anfang an langsam an kurze Alleine-Phasen. Vier bis sechs Stunden am Stück sollten für einen ausgewachsenen Whippet das Maximum sein, danach wird er unglücklich.
Haaren Whippets viel?
Das kurze Fell haart moderat – deutlich weniger als bei Hunden mit Unterwolle. Regelmäßiges Bürsten (einmal pro Woche) hält die losen Haare in Grenzen. Für Allergiker kann das ein Vorteil sein, obwohl keine Hunderasse wirklich hypoallergen ist.
Passt ein Whippet zu Katzen?
Mit einer frühen Sozialisierung im Welpenalter kann das gut funktionieren. Viele Whippets lernen „ihre" Hauskatze zu akzeptieren. Freilaufende Katzen im Garten werden aber weiterhin als Beute betrachtet – das solltest du immer im Hinterkopf behalten.
Fazit: Ist der Whippet der richtige Hund für dich?
Der Whippet ist ein wunderbarer Hund für alle, die einen anhänglichen, ruhigen und gleichzeitig sportlichen Begleiter suchen. Er passt in Familien mit Kindern, in Paare ohne Kinder, in Single-Haushalte und – ja – auch in die Stadtwohnung. Sein sanftes Wesen, seine Pflegeleichtigkeit und seine elegante Erscheinung machen ihn zu einem ganz besonderen Mitbewohner.
Allerdings: Ohne täglichen Auslauf und ohne die Möglichkeit zumindest gelegentlich frei zu rennen, wird ein Whippet unglücklich. Wenn du ihm das bieten kannst – und wenn du bereit bist, dich auf einen sensiblen, kuscheligen Windhund einzulassen – wirst du in ihm einen der treuesten Freunde finden, die es gibt.
Nimm dir Zeit, den passenden Züchter oder Vermittlungspartner zu finden, lies dich weiter in die Rasse ein und plane den Alltag mit Hund von Anfang an realistisch. Dann steht einer langen, glücklichen gemeinsamen Zeit mit deinem Whippet nichts im Wege.
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Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch einen Tierarzt, Züchter oder Hundetrainer. Bei gesundheitlichen oder erzieherischen Fragen wende dich bitte immer an qualifizierte Fachleute.