Jeder zweite Hund in Deutschland ist zu dick. Übergewicht ist längst kein „kleines Problem" mehr, sondern eine der häufigsten Wohlstandserkrankungen bei unseren Vierbeinern. Was als ein paar zusätzliche Kilos beginnt, endet oft in Gelenkverschleiß, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Problemen. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Wissen und einem durchdachten Plan kannst Du Deinem Hund helfen, gesund abzunehmen und sein Wohlfühlgewicht zu erreichen.
In diesem ausführlichen Ratgeber erfährst Du, wie Du Übergewicht bei Deinem Hund zuverlässig erkennst, welche Ursachen dahinterstecken, wie Du mit einer angepassten Ernährung und einem cleveren Bewegungsplan gezielt gegensteuerst – und das alles ohne Stress für Dich und Deinen Vierbeiner. Los geht's!
📢 Google AdSense
Anzeige
Wie verbreitet ist Übergewicht bei Hunden?
Die Zahlen sind alarmierend: Laut aktuellen tiermedizinischen Studien gelten in Deutschland und anderen westlichen Ländern zwischen 40 und 50 Prozent aller Hunde als übergewichtig oder fettleibig. Der Berufsverband der Tierärzte (BTK) schätzt, dass sogar jeder dritte Hund starkes Übergewicht (Adipositas) hat. Besonders betroffen sind ältere Hunde, kastrierte Tiere und bestimmte Rassen wie Labrador Retriever, Golden Retriever, Beagle, Cocker Spaniel, Mops und Dackel.
Das Tückische: Viele Halter merken gar nicht, dass ihr Hund zu viel auf den Rippen hat. Eine Umfrage unter Hundebesitzern ergab, dass nur 17 Prozent ihren eigenen Hund als übergewichtig einschätzen – obwohl tierärztliche Untersuchungen bei derselben Gruppe einen viel höheren Anteil zeigen. Der Grund: Wir haben uns an pummelige Hunde gewöhnt und halten das Normalgewicht oft für „zu dünn".
Den Body Condition Score (BCS) verstehen – So erkennst Du Übergewicht
Der Body Condition Score (BCS) ist ein einfaches, aber zuverlässiges System, mit dem Tierärzte und Hundehalter den Körperzustand eines Hundes bewerten können. Er reicht von 1 (abgemagert) bis 9 (extrem fettleibig). Das Idealgewicht liegt bei einem BCS von 4 bis 5. So beurteilst Du Deinen Hund selbst:
So prüfst Du den BCS Deines Hundes
- Rippen fühlen: Lege Deine Hände flach auf die Brust Deines Hundes. Bei Normalgewicht solltest Du die Rippen einzeln mit leichtem Druck spüren können – wie wenn Du über den Handrücken streichst. Musst Du stark drücken, um die Rippen zu ertasten, ist Dein Hund wahrscheinlich übergewichtig.
- Taille von oben: Betrachte Deinen Hund von oben. Ein gesunder Hund hat eine sichtbare Taille hinter den Rippen. Ist die Taille nicht erkennbar oder wölbt sich der Bauch sogar nach außen, liegt Übergewicht vor.
- Bauchlinie von der Seite: Von der Seite betrachtet sollte der Bauch nach oben hin eingezogen sein („Bauchaufzug"). Ein durchhängender oder nach unten gewölbter Bauch deutet auf Übergewicht hin.
- Fettpolster ertasten: Über dem Becken, an der Lendenwirbelsäule und am Schwanzansatz sammeln sich bei übergewichtigen Hunden oft deutliche Fettpolster an.
| BCS-Wert | Bewertung | Was Du siehst & fühlst |
|---|---|---|
| 1–3 | Untergewichtig | Rippen, Wirbel und Beckenknochen sind deutlich sichtbar. Kein Körperfett ertastbar. |
| 4–5 | Idealgewicht | Rippen sind mit leichtem Druck fühlbar, Taille von oben sichtbar, Bauchaufzug vorhanden. |
| 6–7 | Übergewichtig | Rippen sind schwer zu ertasten, Taille fehlt oder ist kaum sichtbar, leichte Fettpolster am Rücken. |
| 8–9 | Stark übergewichtig (Adipositas) | Rippen sind nicht fühlbar, dicke Fettpolster an Rücken, Becken und Bauch. Bauch hängt durch. |
Gesundheitsrisiken von Übergewicht bei Hunden
Übergewicht ist keine bloße „Schönheitsfrage" – es ist eine ernsthafte Gesundheitsgefahr für Deinen Hund. Die zusätzlichen Kilos belasten sämtliche Körpersysteme und können die Lebenserwartung um bis zu zwei Jahre verkürzen. Hier die häufigsten Folgeerkrankungen:
- Gelenk- und Skeletterkrankungen: Jedes zusätzliche Kilogramm belastet die Gelenke, Bänder und Wirbelsäule. Bei Hunden mit Hüftdysplasie (HD) oder Ellenbogendysplasie (ED) verschlimmert sich der Zustand dramatisch. Arthrose tritt früher und schwerer auf.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Übergewicht zwingt das Herz zu ständiger Mehrarbeit. Es kann zu Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und Kreislaufproblemen kommen.
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit): Fettleibigkeit ist der Hauptauslöser für Diabetes Typ 2 beim Hund. Übermäßiges Fettgewebe macht die Körperzellen resistent gegen Insulin.
- Leberverfettung: Bei starkem Übergewicht lagert sich Fett in der Leber ein, was deren Funktion beeinträchtigt und im schlimmsten Fall zu Leberversagen führen kann.
- Atemprobleme: Besonders kurzköpfige Rassen (Mops, Französische Bulldogge) leiden unter zusätzlichem Gewicht, das die Atemwege weiter einengt.
- Harnwegsprobleme: Übergewichtige Hunde haben ein erhöhtes Risiko für Harninkontinenz und Nierensteine.
- Immunschwäche und Infektionsanfälligkeit: Fettleibigkeit schwächt das Immunsystem, sodass Infekte häufiger und schwerer verlaufen.
Eine Studie der University of Liverpool zeigte eindrucksvoll: Hunde mit Idealgewicht leben im Durchschnitt 1,8 bis 2,5 Jahre länger als ihre übergewichtigen Artgenossen. Das ist ein enormer Zeitgewinn an gemeinsamen Lebensjahren!
📢 Google AdSense
Anzeige
Ursachen von Übergewicht bei Hunden
Übergewicht entsteht immer dann, wenn die Energieaufnahme (Futter) dauerhaft höher ist als der Energieverbrauch (Bewegung). Die Ursachen sind jedoch vielschichtiger als „einfach zu viel Futter".
1. Überfütterung und falsche Portionsgrößen
Die häufigste Ursache: Der Hund bekommt schlicht zu viel Futter. Viele Halter halten sich nicht an die Fütterungsempfehlungen auf der Verpackung, überschätzen den Bewegungsbedarf oder füttern „nach Augenmaß". Hinzu kommt, dass hochwertiges Trockenfutter oft viel kalorienreicher ist als nasses Futter – bei gleicher Menge.
2. Zu viele Leckerlis und Tischreste
Leckerlis sind die heimlichen Kalorienbomben. Ein kleiner Keks für einen 10-kg-Hund entspricht in Relation etwa einem ganzen Schokoriegel für einen Menschen. Noch problematischer sind Tischreste und „Menschliches" Essen – Wurst, Käse, Brot oder Kekse sind viel zu fett- und zuckerhaltig und haben im Hundenapf nichts verloren.
3. Bewegungsmangel
Viele Hunde bekommen schlicht zu wenig Bewegung. Drei kurze Gassi-Runden am Tag reichen für viele Rassen nicht aus. Besonders aktive Hunde (Jagdhunde, Hütehunde, Terrier) brauchen täglich mehrere ausgedehnte Spaziergänge und geistige Auslastung.
4. Kastration
Nach der Kastration verändert sich der Hormonhaushalt des Hundes grundlegend. Der Stoffwechsel verlangsamt sich um etwa 20–30 Prozent, gleichzeitig steigt der Appetit. Wird die Futtermenge nicht angepasst, nimmt der Hund unweigerlich zu. Viele kastrierte Hunde brauchen bis zu 30 Prozent weniger Kalorien als unkastrierte Artgenossen.
5. Rasse und genetische Veranlagung
Einige Rassen neigen stärker zu Übergewicht als andere. Dazu gehören Labrador Retriever, Golden Retriever, Beagle, Cocker Spaniel, Mops, Französische Bulldogge, Dackel und Bernhardiner. Bei diesen Rassen solltest Du besonders auf das Gewicht achten.
6. Alter und Grunderkrankungen
Ältere Hunde bewegen sich weniger, brauchen aber nicht unbedingt weniger Futter – ein häufiger Fehler. Auch Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder Morbus Cushing können zu Fettleibigkeit führen. Wenn Dein Hund trotz angepasster Fütterung weiter zunimmt, lass ihn tierärztlich durchchecken.
Kalorienbedarf von Hunden – Tabelle nach Gewicht und Rasse
Der tägliche Kalorienbedarf (Erhaltungsbedarf) eines Hundes hängt von seinem Gewicht, Alter, Aktivitätslevel und Kastrationsstatus ab. Die folgende Tabelle gibt eine grobe Orientierung für den Grundumsatz (RER = Ruheenergiebedarf) und den Erhaltungsbedarf (MER = Erhaltungsenergiebedarf) eines normal aktiven, unkastrierten Hundes.
| Gewicht des Hundes | Beispielrasse | RER (kcal/Tag) | MER – normal aktiv (kcal/Tag) | MER – zur Gewichtsreduktion (kcal/Tag) |
|---|---|---|---|---|
| 5 kg | Chihuahua, Zwergpinscher | ca. 180 | ca. 290 | ca. 200 |
| 10 kg | Dackel, Jack Russell Terrier | ca. 300 | ca. 480 | ca. 340 |
| 15 kg | Beagle, Cocker Spaniel | ca. 400 | ca. 640 | ca. 450 |
| 20 kg | Border Collie, Husky | ca. 500 | ca. 800 | ca. 560 |
| 25 kg | Boxer, Labrador Retriever | ca. 580 | ca. 930 | ca. 650 |
| 35 kg | Deutscher Schäferhund, Golden Retriever | ca. 750 | ca. 1.200 | ca. 840 |
| 45 kg | Rottweiler, Berner Sennenhund | ca. 900 | ca. 1.440 | ca. 1.000 |
| 60 kg | Deutsche Dogge, Bernhardiner | ca. 1.100 | ca. 1.760 | ca. 1.230 |
Hinweis: Die Werte sind Richtwerte. Der tatsächliche Bedarf variiert individuell. Für eine präzise Diätberatung wende Dich an Deinen Tierarzt. Als Faustregel für die Gewichtsreduktion gilt: ca. 60–70 % des Erhaltungsbedarfs (MER) eines normalgewichtigen Hundes.
Diät-Ernährung: So stellst Du die Fütterung um
Die Ernährungsumstellung ist der wichtigste Hebel beim Abnehmen. Ohne eine durchdachte Diät wird Dein Hund keine Kilos verlieren – egal, wie viel er sich bewegt. So gehst Du richtig vor:
1. Futtermenge exakt abwiegen
Hör auf, „nach Gefühl" zu füttern. Jede Mahlzeit muss abgewogen werden. Verwende eine Küchenwaage und miss die Tagesration genau ab. Reduziere die Menge um 20–30 Prozent des bisherigen Erhaltungsbedarfs – aber nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt, insbesondere bei Vorerkrankungen.
2. Hochwertiges Diätfutter oder Light-Futter wählen
Es gibt spezielles Diät- oder Light-Futter, das weniger Kalorien, aber mehr Ballaststoffe enthält. So bleibt der Magen gefüllt und der Hund ist länger satt. Achte auf einen reduzierten Fettgehalt (unter 10 % in der Trockenmasse) und einen moderaten Proteingehalt (25–30 %), damit Muskelmasse erhalten bleibt.
3. Nassfutter statt Trockenfutter
Nassfutter hat einen deutlich höheren Wasseranteil (ca. 75–85 %) und dadurch weniger Kalorien pro Gramm. Ein Gramm Trockenfutter hat etwa 3,5–4 kcal, ein Gramm Nassfutter nur etwa 1–1,5 kcal. Du kannst Deinem Hund also eine größere Menge bei weniger Kalorien geben – das erhöht die Sättigung.
4. BARF-Anpassung bei Übergewicht
Wenn Du barfst, reduziere den Fettanteil deutlich (weniger Fettfleisch, mehr mageres Muskelfleisch wie Hühnerbrust oder Pferdefleisch). Ersetze einen Teil des Fleisches durch Gemüse (Zucchini, Möhren, Kürbis) und füge mehr Ballaststoffe hinzu (Flohsamenschalen, Leinöl in Maßen). Wichtig: BARF-Diäten sollten unbedingt tierärztlich begleitet werden, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.
5. Mahlzeiten auf mehrere Portionen verteilen
Statt einer großen Mahlzeit pro Tag solltest Du die Tagesration auf 2–3 kleinere Portionen verteilen. Das hält den Blutzuckerspiegel stabil und beugt Heißhunger vor. Viele Hunde kommen mit mehreren kleinen Mahlzeiten psychisch besser zurecht als mit einer großen.
📢 Google AdSense
Anzeige
Leckerli-Alternativen: Gesunde Snacks für zwischendurch
Ganz auf Leckerlis zu verzichten, ist für die meisten Hundehalter unrealistisch. Leckerlis sind ein wichtiges Trainingsmittel und ein Ausdruck von Zuneigung. Die Lösung: Ersetze kalorienreiche Leckerlis durch gesunde, kalorienarme Alternativen.
| Statt diesem Leckerli | Besser diese Alternative | Kalorien-Einsparung |
|---|---|---|
| Hundekeks (groß, ca. 25 kcal) | Möhrenstückchen oder Apfelspalte (ca. 5–8 kcal) | ca. 70 % |
| Fleischwurst oder Käsewürfel | Gefriergetrocknete Hühnerbrust (klein) oder Leberwurst aus der Tube | ca. 50–60 % |
| Kauknochen mit Füllung | Ungefüllte Kauhaut, Rinderkopfhaut oder Odor-Sticks | ca. 40 % |
| Kekse aus Weizenmehl | Selbstgebackene Leckerlis aus Haferflocken, Möhren und Quark (ohne Zucker) | ca. 50 % |
| Trockenfleisch-Stücke | Gurke, Zucchini, Paprika (ohne Kerne) – roh | ca. 80–90 % |
Wichtig: Auch gesunde Snacks enthalten Kalorien. Rechne sie immer in die Tagesration ein – Leckerlis sollten maximal 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr ausmachen. Gemüse wie Möhren, Gurken, Zucchini oder Kürbis sind perfekte Füllstoffe, die den Hund beschäftigen, ohne die Kalorienbilanz zu sprengen.
Bewegungsplan für übergewichtige Hunde
Zusätzlich zur Diät ist Bewegung der zweite entscheidende Baustein. Allerdings gilt bei übergewichtigen Hunden: Langsam starten und die Gelenke schonen. Ein dicker Hund sollte nicht sofort zu Höchstleistungen antreten – das schadet den ohnehin belasteten Gelenken.
So steigerst Du die Bewegung richtig
- Woche 1–2: Verlängere die täglichen Spaziergänge um 5–10 Minuten. Statt dreimal 15 Minuten machst Du zweimal 25 Minuten. Gehe in gemächlichem Tempo.
- Woche 3–4: Integriere kurze Steigungen und leichte Hügel. Wechsle zwischen Gehen und leichtem Trab. Erhöhe die Gesamtbewegungszeit auf 40–50 Minuten pro Tag.
- Woche 5–8: Füge zweimal pro Woche eine zusätzliche Aktivität hinzu: Schwimmen (extrem gelenkschonend!), Apportieren auf weichem Untergrund oder Suchspiele in der Natur.
- Ab Woche 8: Halte 45–60 Minuten aktive Bewegung pro Tag, aufgeteilt auf 2–3 Einheiten. Joggen mit dem Hund (auf weichem Boden) ist jetzt möglich, sofern die Gelenke mitmachen.
Gelenkschonende Aktivitäten im Überblick
- Schwimmen: Die ideale Sportart für übergewichtige Hunde. Das Wasser trägt das Gewicht, die Gelenke werden entlastet, und der Hund verbraucht trotzdem viel Energie. Viele Hundebäder, Seen oder Hundeschwimmkurse bieten diese Option.
- Such- und Nasenspiele: Verstecke Leckerlis (die gesunden!) in der Wohnung oder im Garten und lass Deinen Hund suchen. Geistige Arbeit ermüdet genauso wie körperliche und verbrennt ebenfalls Kalorien.
- Spaziergänge auf weichem Untergrund: Waldboden, Wiesen, Sand oder Feldwege sind gelenkschonender als Asphalt.
- Langsames Joggen / Walking: Erst wenn der Hund spürbar abgenommen hat und die Gelenke nicht schmerzen, ist leichtes Joggen auf weichem Boden sinnvoll.
Schritt-für-Schritt Abnehmplan für Hunde
Damit Du nicht den Überblick verlierst, haben wir einen praxiserprobten 4-Wochen-Plan für Dich erstellt. Passe ihn an die Bedürfnisse Deines Hundes an und konsultiere vorab Deinen Tierarzt.
| Woche | Ernährung | Bewegung | Kontrolle |
|---|---|---|---|
| Vorbereitung | Gewicht notieren, aktuelles Futter abwiegen, Kalorien berechnen. Tierarztbesuch für BCS-Check und Schilddrüsen-Test. | Aktuelles Bewegungslevel dokumentieren (Minuten/Tag). | Foto von oben und der Seite machen. Maße notieren (Brustumfang, Bauchumfang). |
| Woche 1 | Futter um 15 % reduzieren. Leckerlis auf max. 2–3 Stück pro Tag reduzieren. Nassfutter-Anteil erhöhen. | Tägliche Spaziergänge um 5 Min verlängern. Tempo: gemütlich. | Gewicht am Tag 1 und Tag 7 notieren. |
| Woche 2 | Futter um weitere 5–10 % reduzieren (gesamt 20–25 %). Auf kalorienarme Leckerli-Alternativen umstellen. | Spaziergänge auf 2×25 Min/Tag erhöhen. Leichte Steigungen einbauen. | Gewichtskontrolle. BCS erneut prüfen. |
| Woche 3 | Diätfutter oder Light-Futter einführen (falls noch nicht geschehen). Gemüse-Snacks einführen. | Gesamtbewegung 40–50 Min/Tag. 1× pro Woche Schwimmen oder Suchspiele. | Gewicht und Futtermenge anpassen. Erfolge feiern! |
| Woche 4 | Tagesration final anpassen. Leckerli-Budget (max. 10 % der Kalorien) festlegen. | 45–60 Min aktive Bewegung pro Tag. Abwechslung zwischen Laufen, Spielen und Schwimmen. | Wiege- und Fotodokumentation. Plan für die nächsten Wochen festlegen. |
Ein gesunder Gewichtsverlust liegt bei 1–2 Prozent des Körpergewichts pro Woche (bei Hunden unter 15 kg) bzw. 0,5–1 Prozent pro Woche (bei großen Rassen über 30 kg). Nimmst Du mehr ab, ist die Kalorienreduktion zu drastisch – weniger, dann musst Du nachsteuern. Bei extrem übergewichtigen Hunden kann die Diät 6–12 Monate dauern, bis das Zielgewicht erreicht ist. Bleib geduldig – Dein Hund wird es Dir danken!
📢 Google AdSense
Anzeige
Häufige Fehler beim Abnehmen vermeiden
- Zu schnelle Reduktion: Eine zu drastische Futterreduktion kann zu Nährstoffmangel führen und den Stoffwechsel herunterfahren. Der Hund nimmt dann kaum noch ab – trotz wenig Futter.
- Keine Kontroll-Wiegungen: Ohne regelmäßige Gewichtskontrollen weißt Du nicht, ob die Diät wirkt. Wiege Deinen Hund alle 1–2 Wochen.
- Unkontrollierte Leckerlis von Familienmitgliedern: Oft sabotieren andere Haushaltsmitglieder die Diät, indem sie heimlich Leckerlis geben. Alle müssen an einem Strang ziehen.
- Bettel-Verhalten falsch deuten: Hunde betteln oft aus Gewohnheit, nicht aus Hunger. Ignoriere Bettel-Blicke konsequent und lenke mit Spielen oder einem Spaziergang ab.
- Futter nach Augenmaß: „Eine Handvoll hier, ein Schuss Milch dort" – das summiert sich innerhalb eines Tages auf hunderte Kalorien. Nur exaktes Abwiegen hilft.
- Diabetes oder Schilddrüsenprobleme nicht behandelt: Wenn eine Grunderkrankung vorliegt, hilft keine Diät. Lass Deinen Hund vor dem Abnehmprogramm tierärztlich durchchecken.
Häufige Fragen zum Thema Hunde-Übergewicht
Wie erkenne ich, ob mein Hund übergewichtig ist?
Mit dem Body Condition Score (BCS) kannst Du das ganz einfach selbst prüfen: Fühle die Rippen – bei Normalgewicht sind sie mit leichtem Druck spürbar. Betrachte die Taille von oben – sie sollte sichtbar sein. Schau von der Seite auf den Bauch – ein leichter Bauchaufzug ist normal. Bei Unsicherheit hilft der Tierarzt mit einer professionellen Einschätzung.
Wie viel sollte ein Hund pro Woche abnehmen?
Ein gesunder Gewichtsverlust liegt bei 0,5–2 Prozent des Körpergewichts pro Woche, abhängig von der Größe des Hundes. Kleine Hunde (unter 15 kg) können 1–2 % pro Woche verlieren, große und sehr übergewichtige Hunde (über 30 kg) sollten langsamer abnehmen (0,5–1 %). Ein zu schneller Gewichtsverlust kann gesundheitsschädlich sein.
Welches Futter ist am besten für übergewichtige Hunde?
Spezielles Diät- oder Light-Futter mit reduziertem Fettgehalt und erhöhtem Ballaststoffanteil ist am besten geeignet. Nassfutter hat weniger Kalorien pro Gramm als Trockenfutter und sorgt für ein besseres Sättigungsgefühl. Achte auf einen hohen Fleischanteil (für den Muskelerhalt) und verzichte auf Zucker und Füllstoffe. Dein Tierarzt kann Dir eine konkrete Marke empfehlen.
Darf ich meinem Hund während der Diät überhaupt Leckerlis geben?
Ja, aber in Maßen und mit Bedacht. Setze auf kalorienarme Alternativen wie Möhren-, Gurken- oder Apfelstückchen. Leckerlis sollten maximal 10 % der täglichen Kalorien ausmachen. Ziehe die Leckerli-Kalorien von der Tagesration ab. Am besten eignen sich gefriergetrocknete Fleischstückchen oder selbstgemachte Leckerlis aus Haferflocken und Möhren.
Kann jeder Hund schwimmen, um abzunehmen?
Schwimmen ist eine hervorragende, gelenkschonende Aktivität für übergewichtige Hunde – aber nicht jeder Hund mag Wasser. Kurzköpfige Rassen (Mops, Bulldogge) haben oft Atemprobleme und sollten nicht zum Schwimmen gezwungen werden. Führe Deinen Hund langsam ans Wasser heran und nutze eine Schwimmweste für Hunde zur Sicherheit. Alternativ bieten sich Spaziergänge im flachen Wasser an.
Wie lange dauert es, bis mein Hund sein Wunschgewicht erreicht hat?
Das hängt vom Ausgangsgewicht ab. Ein Hund, der 20 % Übergewicht hat, benötigt bei einem gesunden Gewichtsverlust von 1 % pro Woche etwa 20 Wochen (ca. 5 Monate). Stark übergewichtige Hunde mit 40–50 % Zusatzgewicht können 6–12 Monate brauchen. Wichtig: Nicht aufgeben! Auch kleine Fortschritte sind Erfolge, die die Gesundheit Deines Hundes nachhaltig verbessern.
Fazit
Übergewicht bei Hunden ist ein ernstzunehmendes Problem, das die Lebensqualität und Lebenserwartung Deines Vierbeiners massiv beeinträchtigen kann. Die gute Nachricht: Du hast es selbst in der Hand, etwas zu ändern. Mit dem Body Condition Score kannst Du Übergewicht frühzeitig erkennen, und mit einer kombinierten Strategie aus Diät-Ernährung und angepasster Bewegung holst Du die Kilos wieder runter – sicher und nachhaltig.
Der Schlüssel zum Erfolg sind Geduld, Konsequenz und die richtige Einstellung: Du tust das alles aus Liebe zu Deinem Hund – auch wenn der Bettel-Blick manchmal schwer auszuhalten ist. Dein Hund wird es Dir mit mehr Energie, strahlenden Augen, einem glänzenden Fell und vielen gemeinsamen Jahren danken. Starte noch heute mit dem ersten Schritt – wiege Deinen Hund, prüfe den BCS und leg los. Dein Vierbeiner zählt auf Dich!
📢 Google AdSense
Anzeige
