Die regelmäßige Fellpflege ist eine der schönsten und wichtigsten Aufgaben als Hundebesitzer. Sie stärkt nicht nur die Bindung zwischen Dir und Deinem Vierbeiner, sondern ist auch entscheidend für seine Gesundheit und sein Wohlbefinden. Durch Bürsten, Baden und Krallen schneiden beugst Du Hautkrankheiten, Verfilzungen und schmerzhaften Fehlstellungen der Krallen vor. Doch viele Hundehalter sind unsicher: Welche Bürste ist für meinen Hund geeignet? Wie oft sollte gebadet werden? Und wie schneidet man Krallen richtig, ohne den Hund zu verletzen?
Dieser Ratgeber führt Dich Schritt für Schritt durch die komplette Hunde-Fellpflege. Du erfährst, welcher Felltyp welches Pflegeprogramm braucht, wie Du Deinen Hund richtig bürstest und badest, worauf es beim Krallen schneiden ankommt und warum Ohren- und Zahnpflege zur ganzheitlichen Fellpflege-Routine dazugehören. Los geht's!
📢 Google AdSense
Anzeige
Warum regelmäßige Fellpflege so wichtig ist
Die Fellpflege ist weit mehr als nur Kosmetik. Ein gut gepflegtes Fell schützt den Hund vor Kälte, Nässe und Verletzungen. Regelmäßiges Bürsten entfernt losen Staub, Schmutz und abgestorbene Haare, massiert die Haut und fördert die Durchblutung. Das verteilt den natürlichen Hauttalg gleichmäßig im Fell – das Fell bleibt geschmeidig und glänzt.
Gleichzeitig ist die Pflegeroutine eine gute Gelegenheit, Deinen Hund von Kopf bis Schwanz auf Veränderungen zu untersuchen: Zecken, Flöhe, Hautirritationen, Knoten, Schuppen oder wunde Stellen fallen so frühzeitig auf. Ein täglicher oder wöchentlicher Pflegeritus beugt zudem Verfilzungen vor, die besonders bei langhaarigen Rassen schmerzhaft sein können und oft nur noch unter der Schere des Tierarztes zu entfernen sind.
Wer die Krallen regelmäßig kontrolliert und kürzt, verhindert Fehlstellungen der Zehen, Schmerzen beim Laufen und langfristige Gelenkschäden. Kurz: Gute Fellpflege ist aktive Gesundheitsvorsorge für Deinen Hund.
Die verschiedenen Felltypen & die passende Bürste
Nicht jedes Fell ist gleich. Um Deinen Hund optimal zu pflegen, solltest Du seinen Felltyp kennen und die passenden Werkzeuge bereithalten. Die folgende Tabelle gibt Dir einen schnellen Überblick:
| Felltyp | Eigenschaften | Empfohlene Bürste / Kamm | Bürst-Frequenz |
|---|---|---|---|
| Kurzhaar (z. B. Labrador, Dalmatiner) | Kurze, dichte Haare, haart oft deutlich | Gummibürste, Fellpflege-Handschuh, weiche Kardätsche | 2–3× pro Woche |
| Langhaar (z. B. Golden Retriever, Collie) | Langes, weiches bis seidiges Fell, neigt zu Verfilzungen | Unterwollbürste, Zupfkamm, breite Bürste mit Naturborsten | Täglich |
| Drahthaar (z. B. Terrier, Schnauzer) | Drahtiges, raues Deckhaar mit weicher Unterwolle | Drahthaarbürste, Stripping-Messer, Metallkamm | 2–3× pro Woche |
| Doppelfell / Unterwolle (z. B. Schäferhund, Spitz) | Dichtes Deckhaar mit weicher, dichter Unterwolle | Unterwollbürste (z. B. Furminator), Striegel, Metallkamm | 2–4× pro Woche, im Fellwechsel täglich |
| Lockenfell (z. B. Pudel, Labradoodle) | Lockiges, kaum haarendes Fell, sehr verfilzungsanfällig | Metallkamm mit langen Zinken, weiche Bürste, Enthaarungsmesser | Täglich |
Investiere in hochwertige Pflegewerkzeuge – das erleichtert Dir und Deinem Hund die Arbeit enorm. Eine gute Bürste liegt angenehm in der Hand, hat abgerundete Borsten und ist auf den Felltyp abgestimmt.
Schritt für Schritt – Das richtige Bürsten
Bürsten ist die Grundlage jeder Fellpflege. Je nach Felltyp variieren Technik und Häufigkeit. Grundsätzlich gilt: Bürste immer in Wuchsrichtung des Fells, beginne am Kopf und arbeite Dich Richtung Schwanz vor. Sei besonders sanft an empfindlichen Stellen wie Bauch, Innenschenkeln und hinter den Ohren.
Kurzhaarige Hunde
Hier reicht ein Fellpflege-Handschuh oder eine Gummibürste, um lose Haare zu entfernen und die Haut zu massieren. Streiche mit kreisenden Bewegungen über das Fell. Kurzhaarhunde haaren oft stark – regelmäßiges Bürsten reduziert die Haare in der Wohnung. Ein feuchtes Tuch zum Nachwischen entfernt die letzten losen Haare.
Langhaarige Hunde
Beginne mit einem groben Metallkamm, um Knoten und Verfilzungen sanft zu lösen. Arbeite Dich von den Spitzen zur Haut vor – niemals umgekehrt, sonst ziehst Du die Knoten nur enger. Danach bürstest Du mit einer Naturborstenbürste oder einer Unterwollbürste das Fell in Wuchsrichtung glatt. Bei starkem Haarwechsel hilft ein zusätzlicher Unterfell-Striegel.
Hunde mit Unterwolle (Doppelfell)
Bei Rassen mit dichtem Doppelfell ist die Unterwollbürste das Werkzeug der Wahl. Sie dringt tief in das Fell ein und entfernt lose Unterwolle, ohne das Deckhaar zu beschädigen. Im Fellwechsel (Frühjahr und Herbst) solltest Du täglich bürsten, da sich sonst ganze Haarbüschel lösen und verfilzen können.
📢 Google AdSense
Anzeige
Hund baden – wann und wie?
Die goldene Regel lautet: So selten wie nötig, so gründlich wie möglich. Zu häufiges Baden entzieht dem Fell die natürlichen Fette und kann zu Hautreizungen führen. Ein gesunder Hund mit normalem Fell muss nur alle 2–3 Monate gebadet werden – oder wenn er sich in etwas richtig Ekligem gewälzt hat.
Wann ist ein Bad nötig?
- Starke Verschmutzung (Schlamm, Öl, Farben)
- Muffiger Geruch trotz regelmäßigen Bürstens
- Hauterkrankungen (nach tierärztlicher Anweisung mit Spezialshampoo)
- Vor Ausstellungen oder nach dem Fellwechsel
Schritt-für-Schritt: So badest Du Deinen Hund richtig
- Vorbereiten: Bürste den Hund vor dem Baden gründlich, entferne alle Knoten und lose Haare. Lege rutschfeste Unterlagen in die Wanne oder Dusche.
- Wassertemperatur prüfen: Lauwarmes Wasser (ca. 37–39 °C) – weder zu heiß noch zu kalt. Teste mit dem Handrücken.
- Fell nass machen: Beginne am Rücken und arbeite Dich zu Bauch, Beinen und Kopf vor. Verwende einen sanften Brausestrahl.
- Shampoo auftragen: Verwende ausschließlich ein mildes Hundeshampoo. Trage es in Wuchsrichtung auf und massiere es sanft ein. Achte darauf, dass kein Shampoo in Augen, Ohren oder den Mund gelangt.
- Gründlich ausspülen: Spüle so lange, bis kein Schaum mehr austritt – Shampoo-Reste können Juckreiz auslösen.
- Trocknen: Drücke das überschüssige Wasser aus dem Fell, wickle den Hund in ein saugfähiges Handtuch und lasse ihn an einem warmen, zugfreien Ort trocknen. Föhnen ist mit lauwarmer Luft möglich, aber nicht bei jedem Hund beliebt.
Krallen schneiden – Anleitung für Anfänger
Viele Hundehalter haben Respekt vor dem Krallen schneiden – und das zu Recht. Schneider man zu tief, trifft man den sogenannten „Lebensnerv" (das Krallenbett), was für den Hund sehr schmerzhaft ist und bluten kann. Mit der richtigen Technik und dem passenden Werkzeug ist das Krallen schneiden aber einfach und stressfrei.
Welches Werkzeug brauchst Du?
- Krallenschneider – entweder eine Schlingenzange (Guillotine-Typ) für kleine bis mittlere Hunde oder eine Hebelzange (Bypass-Typ) für große, dicke Krallen
- Krallenfeile – zum Glätten scharfer Kanten nach dem Schnitt
- Blutstillmittel (z. B. Styptikum-Pulver oder spezieller Krallenstift) – für den Notfall
- Gute Beleuchtung und gegebenenfalls eine Taschenlampe, um den Lebensnerv bei hellen Krallen zu erkennen
Schritt-für-Schritt: Krallen schneiden
- Vorbereitung: Setze Dich mit Deinem Hund auf eine bequeme Unterlage. Gewöhne ihn sanft an die Berührung der Pfoten – übe das Anfassen und Spreizen der Zehen bereits Tage vorher.
- Krallen prüfen: Hebe eine Pfote an und drücke vorsichtig auf das Zehenpolster, damit die Kralle von selbst hervortritt. Bei hellen Krallen erkennst Du den rosafarbenen Lebensnerv. Bei dunklen Krallen orientierst Du Dich an der Krümmung.
- Schneiden: Setze den Krallenschneider etwa 2 mm vor dem Lebensnerv (bzw. dort, wo die Kralle sich nach unten zu krümmen beginnt). Durchtrenne die Kralle in einem leichten Winkel in einem schnellen, sauberen Schnitt.
- Kontrolle: Fühle die Schnittkante – scharfe Ecken kannst Du mit der Feile abrunden. Wiederhole den Vorgang an allen Krallen, auch an den Daumenkrallen (Afterkrallen), die oft vergessen werden.
- Belohnung: Nach jedem Fuß gibt es ein Leckerli und Lob. So bleibt die Erfahrung positiv.
⚠️ Was tun bei einer Blutung? Keine Panik – ein kleiner Bluttropfen ist unangenehm, aber nicht gefährlich. Drücke ein blutstillendes Wattepad oder Styptikum-Pulver auf die Kralle. Reicht das nicht, kontaktiere Deinen Tierarzt.
Pflegeroutine nach Felltyp – auf einen Blick
Die folgende Tabelle fasst die ideale Pflegeroutine für die häufigsten Felltypen zusammen. So behältst Du den Überblick und kannst Deine Pflegeplanung danach ausrichten.
| Felltyp | Bürsten | Baden | Krallenpflege | Ohrenkontrolle |
|---|---|---|---|---|
| Kurzhaar | 2–3× pro Woche | Alle 2–3 Monate | Alle 3–4 Wochen | Wöchentlich |
| Langhaar | Täglich | Alle 4–6 Wochen | Alle 3–4 Wochen | Wöchentlich |
| Drahthaar | 2–3× pro Woche | Alle 2–3 Monate | Alle 3–4 Wochen | Wöchentlich |
| Doppelfell | 2–4× pro Woche (täglich im Fellwechsel) | Alle 2–3 Monate | Alle 3–4 Wochen | Wöchentlich |
| Lockenfell | Täglich | Alle 4–6 Wochen | Alle 3–4 Wochen | Wöchentlich |
Ohrenpflege und Zahnpflege im Rahmen der Fellpflege
Zur ganzheitlichen Pflegeroutine gehören auch Ohren und Zähne. Diese Bereiche werden oft vernachlässigt, sind aber genauso wichtig für die Gesundheit Deines Hundes.
Ohrenpflege
Kontrolliere die Ohren Deines Hundes einmal pro Woche. Gesunde Ohren sind innen rosa, geruchsfrei und ohne Ausfluss. Feuchte ein weiches Tuch oder einen Wattebausch mit lauwarmem Wasser oder einem milden Ohrenreiniger an und wische vorsichtig die sichtbaren Ohrmuscheln aus. Wichtig: Gehe niemals mit Wattestäbchen in den Gehörgang – das kann Verletzungen verursachen. Bei Rötungen, üblem Geruch oder übermäßigem Ohrenschmalz suche bitte einen Tierarzt auf.
Zahnpflege
Zahnbelag und Zahnstein können zu Entzündungen, Mundgeruch und sogar Herz- oder Nierenerkrankungen führen. Idealerweise putzt Du die Zähne Deines Hundes täglich mit einer speziellen Hunde-Zahnbürste und Hunde-Zahnpasta (menschliche Zahnpasta ist giftig für Hunde). Als Einstieg reicht anfangs auch eine Fingerzahnbürste oder ein Zahnpflege-Spray. Zusätzlich helfen Kauartikel und spezielle Dental-Snacks.
Häufige Fragen zur Hunde-Fellpflege
Wie oft sollte ich meinen Hund bürsten?
Das hängt vom Felltyp ab. Kurzhaarige Hunde brauchen 2–3 Bürsten pro Woche, langhaarige Rassen und Hunde mit Lockenfell sollten täglich gebürstet werden. Hunde mit Unterwolle benötigen im Fellwechsel (Frühjahr und Herbst) ebenfalls tägliche Bürst-Einheiten.
Kann ich meinen Hund mit menschlichem Shampoo waschen?
Nein. Menschliches Shampoo ist im pH-Wert anders als Hundehaut (pH 5,5 vs. pH 7–7,5) und kann die schützende Hautbarriere angreifen, Juckreiz und Schuppen verursachen. Verwende immer ein mildes, auf Hunde abgestimmtes Shampoo.
Was tun, wenn mein Hund Angst vor dem Krallen schneiden hat?
Gewöhne Deinen Hund langsam an die Berührung der Pfoten. Übe zunächst ohne Schneider: Halte die Pfote, massiere die Zehen und gib ein Leckerli. Steigere die Übung über mehrere Tage. Probiere es auch mal während der Ruhephase oder nach einem ausgiebigen Spaziergang. Bei extremer Angst hilft ein Besuch beim Tierarzt oder Hundefriseur.
Muss ich meinen Hund nach dem Baden föhnen?
Nicht zwingend. Ein weiches Handtuch und ein warmer, zugfreier Raum reichen meist aus. Wenn Du föhnen möchtest, verwende lauwarme Stufe und halte genug Abstand, um die Haut nicht zu reizen. Manche Hunde haben Angst vor dem Föhn – zwinge ihn nicht.
Woran erkenne ich, dass die Ohren meines Hundes gereinigt werden müssen?
Typische Anzeichen sind: Kopfschütteln, verstärktes Kratzen an den Ohren, ein unangenehmer Geruch, Rötung oder dunkler Ohrenschmalz. In diesen Fällen ist meist mehr als nur Reinigung nötig – ein Tierarztbesuch ist ratsam, um eine Mittelohrentzündung auszuschließen.
Fazit
Die Hunde-Fellpflege ist eine regelmäßige Aufgabe, die sich aber schnell zu einer liebgewonnenen Routine entwickelt. Mit der richtigen Bürste für den Felltyp, einer schonenden Bade-Routine und der richtigen Technik beim Krallen schneiden tust Du Deinem Hund etwas Gutes und beugst gesundheitlichen Problemen vor. Vergiss nicht, auch Ohren und Zähne regelmäßig zu kontrollieren – so bleibt Dein Vierbeiner rundum gesund und glücklich.
Starte noch heute mit einer festen Pflegeroutine und mach die Fellpflege zu einer gemeinsamen Wohlfühlzeit. Dein Hund wird es Dir mit einem glänzenden Fell, gesunden Pfoten und einem entspannten Wesen danken.
📢 Google AdSense
Anzeige
